seedyaa News & Blog

Hier findet Ihr aktuelle Nachrichten aus der seedyaa Welt. Neue Features, Funktionen und Infos zur Plattform sowie Berichte, Interviews, Dokumentationen und nützliche Tipps für Ladenbesitzer und Produkthersteller.
Viel Spaß wünscht Euer seedyaa Team.

Anregungen, Kritik und Themenvorschläge sendet gern an redaktion@seedyaa.com
Eine Info-Mail zu neuen Blogposts bestellt Ihr unter blognews@seedyaa.com Betreff: blognews

22.05.2012

Preiskalkulation für Produktanbieter (Teil 2)

Vom eigenen Label leben – das bedeutet für viele Kreative sowohl privat als auch geschäftlich das Höchstmaß an Selbstverwirklichung!

Wer von den eigenen Kreationen leben oder sich zumindest etwas dazuverdienen möchte, muss sich zwangsläufig überlegen und kalkulieren, wie viel diese Produkte kosten sollen – sowohl für Endkunden im B2C (Business-to-Consumer) als auch für Händler, für Wiederverkäufer im B2B (Business-to-Business). Hierbei soll unser neuer Blogeintrag eine Hilfestellung geben.

Teil 2: Gemeinkosten und Verkauf an den Einzelhandel.

Eine weitere Komponente, die in der Preiskalkulation oft vernachlässigt wird: Gemeinkosten.

Produkthersteller, die ihre Ware hauptsächlich über das Internet vertreiben, müssen viel Zeit in die Pflege ihrer Website oder ihres Shops investieren. Dazu gehören beispielsweise professionelle Fotos, redaktionelle Inhalte oder das Beantworten von Anfragen. Auch die Buchhaltung gehört zur Arbeit eines jeden Kreativen – egal ob dieser eher online oder offline verkauft.

Zurück zu Nina:
Angenommen, sie verkauft ihre Täschchen vorzugsweise über ihre Website und investiert pro Woche 3 Stunden für diese Aufgaben. Nina stellt ihre Produkte nebenberuflich werktags am Vormittag her. Pro Tag widmet sie 4 Stunden ihrem Label. Von diesen 4 Stunden sind 30 Minuten für Buchhaltung und Websitepflege vorgesehen.

Wenn Nina in 3 ½ Stunden 7 Täschchen herstellen kann und sich für ihre organisatorischen Aufgaben einen Stundenlohn von 20 € festlegt, müssen diese Kosten mit den Herstellungskosten folgendermaßen verrechnet werden:

0,5 * 20 € = 10 € (für 30 Minuten Arbeit)
10 € / 7 = ca. 1,40 €

Pro Täschchen berechnet Nina folglich 1,40 €. Nun kostet das Täschchen 22,90 €

Merke: Für kreative Selbstständige ist es oft empfehlenswert, mit einem Steuerberater zusammenzuarbeiten.

Eine weitere Kategorie bilden die Ausgaben, die von der Steuer abgesetzt werden können. Dazu zählen: Internetkosten, Büromaterial, Ateliermiete, Stromkosten im Atelier, Anschaffungs- oder Reparaturkosten von Werkzeugen usw.

Wie genau diese auf den Preis angerechnet werden, ist eine Aufgabe, die hier aufgrund der Komplexität nicht vorgestellt wird.
Für Ninas Beispiel überschlagen wir grob und errechnen einen Preisaufschlag von 3 €.

Das Täschchen kostet nun 25,90 €.

Nina verkauft ihre Produkte regelmäßig an einen kleinen Laden in Berlin. Diesem Laden verkauft sie ihre Produkte für 25 € pro Stück in einer Liefermenge von 20 Täschchen. Der Einzelhändler in Berlin verkauft Ninas handgenähtes Produkt für 39,90 € pro Stück.

Merke: Mit handgemachten Produkten können Einzelhändler in der Regel aufgrund des hohen Einkaufspreises eher weniger Profit machen als mit Massenware. Sie dienen deshalb oft als Aufwertung des restlichen Sortiments und als außergewöhnliches i-Tüpfelchen, das den Laden von der Konkurrenz im Stadtbezirk abhebt.

Nina möchte für den Einzelhändler, an den sie ihre Produkte verkauft, keine Preiskonkurrenz sein.
Deshalb orientiert sie sich bei der Preissetzung für ihre Produkte im eigenen Onlineshop am Preis von 39,90 €.
Sie verlangt also beispielsweise 37,50 €. Die Versandkosten trägt der Käufer.

Merke: Preise zu kalkulieren ist eine Kunst, die viel Feingefühl erfordert. Ninas Beispiel ist als eine von unzähligen möglichen Fällen zu verstehen. Materialkosten, Stundenlohn, Gemeinkosten, Marge – all diese Komponenten variieren.

seedyaa wünscht allen Produktherstellern erfolgreiche Geschäfte!

Die Zielsetzung und Kalkulation der Herstellungskosten gibt es in Teil 1